Wohnmobil – Wohnen auf Rädern
Der Kauf eines Wohnmobils ist keine Entscheidung, die man zwischen Tür und Angel trifft. Letztendlich entpuppte sich das Fahrzeug als ein Gamechanger unseres Reiseverhaltens. Was zunächst wie die Anschaffung eines weiteren Fortbewegungsmittels erschien, entwickelte sich zu einer neuen Art, Europa zu entdecken. Es war die Eintrittskarte in die Freiheit, dem Augenblick zu folgen. Aus durchgetakteten Reiseplänen wurden spontane Abzweigungen, aus Zwischenstopps kleine Abenteuer und aus reinen Etappen wertvolle Bestandteile der Reise selbst.
Die Planung unserer Fernreisen wurde ab der Mitte der 2010er-Jahre zunehmend anspruchsvoller. Längst genügte es nicht mehr, lediglich Flüge und Unterkünfte zu buchen. Immer häufiger mussten Zeitfenster für Museen, Nationalparks und andere Sehenswürdigkeiten im Voraus reserviert werden. Den endgültigen Wendepunkt markierte schließlich die COVID-19-Pandemie. Auf einen Schlag zerplatzten drei vorbereitete Reisen (Teneriffa, Usbekistan und Island), in die wir viel Vorfreude, Zeit und Energie investiert hatten.
Die Entscheidung zwischen Wohnmobil und Wohnwagen
In Sachen Camping waren wir zu diesem Zeitpunkt schon keine Newbies mehr. Manuela ist praktisch im Wohnwagen groß geworden. Markus hat seine Leidenschaft für Roadtrips über die Jahre in gemieteten Wohnmobilen verfeinert. 2018 haben wir dann den Schritt vom „Erfahrenen“ zum „eingespielten Team“ vollzogen. Für die vierwöchige Rundreise durch Norwegen war ein Carado T337 unser rollendes Zuhause.
Trotz oder vielleicht gerade wegen unserer Camping-Vorgeschichte stand zu Beginn die grundlegende Entscheidung zwischen Wohnwagen und Wohnmobil im Raum. Zur wiederkehrenden Überraschung stellen wir regelmäßig fest, dass viele Nichtcamper den Unterschied der beiden Typen gar nicht kennen. Beide haben ihre Berechtigung. Wer gerne länger auf einem Campingplatz verweilt, richtet sich in einem Kfz-Anhänger sein intimes Refugium ein. Wer dagegen häufig bzw. täglich den Standort wechselt und bei der Wahl des Übernachtungsorts flexibler sein möchte, greift zum motorisierten Fahrzeug. Die Würfel waren für uns Teilzeitnomaden schnell gefallen: Wir schauten uns auf dem Wohnmobilmarkt um.
Einige Freunde und Bekannte waren überzeugt, wir entscheiden uns für ein Expeditionsmobil für weitere Abenteuer in exotischen Ländern. Der Gedanke war aufgrund unserer bisherigen Vorliebe für Fernreisen naheliegend und hatte durchaus Charme. Doch die Realität sah anders aus. Solange wir noch geregelten Berufen nachgehen, fehlt uns schlicht die Zeit für monatelange Touren auf fremden Kontinenten. Zudem spielen solche Fahrzeuge preislich nochmals in einer ganz anderen Liga.
Unsere konkreten Anforderungen an ein Wohnmobil
Die Vielfalt am Markt ist beeindruckend: vom kompakten Kastenwagen über klassische Alkoven und Teilintegrierte bis hin zu großzügigen Vollintegrierten oder luxuriösen Linern. Jede Bauart setzt sich mit eigenen Stärken ins Szene. Hinzu gesellen sich Unterschiede in Größe, Gewicht, Grundriss, Autarkie, Kälte- und Geländetauglichkeit sowie in Ausstattung und Verarbeitung. All diese Faktoren machen sich natürlich in den Kauf- und Unterhaltskosten bemerkbar. Dafür spricht die breite Auswahl verschiedene Käuferschichten an. Ein „bestes“ Wohnmobil gibt es somit nicht. Entscheidend ist, wie stimmig die jeweiligen Eigenschaften dem eigenen Nutzungsprofil entsprechen. Im Entscheidungsprozess für das passende Wohnmobil rückten daher unsere konkreten Anforderungen in den Vordergrund.
Warum wir einen Niesmann+Bischoff Arto gewählt haben, verraten wir denmächst.





